Philipp Vanek, Vorstand für Ringen beim SV Johannis Nürnberg, macht sehr deutlich, warum ein Auftritt in der kommenden Bundesliga-Saison nicht mehr möglich ist: „Der Schritt ist uns überhaupt nicht einfach gefallen. Unsere Vereinsphilosophie steht immer an erster Stelle. Wir haben viele junge, aufstrebende und talentierte Ringer. Der Großteil hat noch nicht die Reife für die Erste Bundesliga. Die Gefahr ist sehr groß, dass wir unsere Sportler dadurch verlieren oder gar verheizen. Die Regionalliga hat für uns enorm an Niveau gewonnen. Ich finde, es ist der ideale Ort, damit sich unsere Ringer weiterentwickeln können.“
Selbst für Grizzly-Cheftrainer Matthias Baumeister passe die Regionalliga Bayern deutlich besser zur Sportphilosophie. Der Deutsche Ringer-Bund (DRB) hat für die kommende Saison strukturbedingt erneut die Zweite Bundesliga gestrichen. Ergo: Es gibt nur die Erste Bundesliga. Vor allem die hohen Kosten bei Auswärtsfahrten, Lizenzen, die an den DRB sowie an den Weltverband UWW entrichtet werden müssen, schlagen hier extrem zu Buche. „Wir müssten auch mehr ausländische Sportler verpflichten, weil einige unsere eigenen Ringer für die Eliteliga nicht wettbewerbsfähig sind“, so der 40-Jährige. „Wir haben eine große und gute Breite, dazu viele junge Sportler, die bereits im Bundeskader sind. Doch in der Bundesliga wären sie schlicht verloren.“ Der SV Johannis 07 habe eine lange Tradition, „doch so einen Schritt machst du nicht einfach so“, sagt Baumeister. Die Nike-Wrestling-Ringerliga-Bayern hat mittlerweile an sportlicher Bedeutung dazugewonnen. In der kommenden Saison kämpfen insgesamt acht Mannschaften in einer spannenden Runde um den Titel. So trifft Liganeuling Nürnberg dabei auf Hof, Burgebrach, Geiselhöring, Oberölsbach, Anger, Meister Hallbergmoos und Westendorf. „Es ist eine extrem starke und sehr interessante Regionalliga. Der Bayerische Ringer-Verband hat seine Hausaufgaben gutgemacht“, betont Vanek. Eine Aufstiegspflicht ist nicht gegeben. Während in der Bundesliga vier Legionäre (Ausländer) zum Einsatz kommen dürfen, sind es in der Regionalliga Bayern nur deren zwei.
Mit dem Abstieg gibt es auch einen Abschied von einem Leistungsträger. Der Kasache Amangali Bekbolatov und die Grizzlys gehen getrennte Wege. „Es macht sportlich keinen Sinn, ihn zu halten, da wir eigene Ringer haben, die in der leichten Klasse bis 57 und 61 Kilo zum Einsatz kommen.“ Denn anders als beim DRB gibt es in allen bayerischen Ligen noch die 57-kg-Klasse. Offen ist, welchen Weg die Levai-Brüder einschlagen werden. Viele Jahre lang zählten Tamas, Zoltan und Levente zu den Leistungsträgern und Publikumsmagneten in der Ersten und Zweiten Bundesliga. Sollten sie zu einem Bundesligaclub wechseln, ist jeder von ihnen automatisch mit acht Ringerpunkten, die höchste Anzahl überhaupt, behaftet. „Finden sie keinen Verein, können sie natürlich bei uns bleiben. Wir schicken sie nicht weg, da sie Teil der Grizzly-Familie sind“, sagt Philipp Vanek abschließend.
Bild: In der kommenden Saison erwartet die Fans und Anhänger der Nürnberg Grizzly in der Nike-Wrestling-Ringerliga Bayern zahlreiche Topkämpfe. © Thomas Hahn